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Erläuterungen zu diesem Instrument

Der Spaltenmodell-Rechner dient im Rahmen einer Stoffbewertung dem vereinfachten Vergleich des gesundheitlichen Risikos sowie von Umweltgefahren verwendeter Stoffe bzw. Zubereitungen und Ersatzstoffe im Zuge der Ersatzstoffermittlung der Gefahrstoffverordnung.
Berechnungsgrundlage für dieses rechnergestützte Bewertungsverfahren ist Anlage 2 der TRGS 600.

Bitte beachten Sie, dass das Spaltenmodell nur angewendet werden darf, wenn die zur Gefahrenermittlung in Frage kommenden Stoffe oder Zubereitungen (im Hinblick auf das gesundheitliche Risiko zumindest bezüglich akuter Toxizität, Hautreizung, Schleimhautreizung, erbgutveränderndem Potential und Hautsensibilisierung) durch den Hersteller auf Basis vorliegender Daten und Erfahrungen unter Einbeziehung vorhandener Datenlücken bewertet worden sind.
Über die Einstufung hinausgehende gefährliche Eigenschaften dürfen auf Grund dieser Bewertung nicht zu erwarten sein.

Das in Anlage 2 der TRGS 600 aufgeführte "Spalten-Modell" richtet sich an

Vorgehensweise

Schneidet das potenzielle Ersatzprodukt in allen Gefahreneigenschaften besser ab als das verwendete Produkt, ist die Ersatzstofffrage klar.

Der Regelfall wird sein, dass das potenzielle Ersatzprodukt in einigen Gefahreneigenschaften besser, aber auch in einer oder zwei Gefahreneigenschaften schlechter abschneidet. Dann obliegt es Ihnen zu beurteilen, welche Gefahreneigenschaften für Sie das größte Gewicht haben.

Lassen sich beispielsweise bei der Produktverarbeitung Zündquellen nicht ausschließen, wird man verstärkt auf die Brand- und Explosionseigenschaften sowie das Freisetzungsverhalten der Produkte achten müssen.

Entstehen bei der Verarbeitung größere Mengen Abfälle, haben die Umweltgefahren ein höheres Gewicht usw.

Dokumentieren Sie Ihre Entscheidung in geeigneter Weise (z.B. unter Beifügung von Ausdrucken).

Für die Gefahreneigenschaft "akute Gesundheitsgefahren" ist bei den R-Sätzen 20, 21, 22, 23, 24 und 25 eine Besonderheit zu beachten:
Treten diese R-Sätze in Kombination mit dem R-Satz 48 auf, so werden die betreffenden Stoffe/Produkte eine Gefährdungsstufe höher bewertet. Es handelt sich dann um chronische Gesundheitsgefahren.
Diese Entscheidung nimmt Ihnen der Spaltenmodell-Rechner bei Benennung der Eigenschaften im Punkt "kombinierte Bedingungen" ab.

Auch Produkte (Zubereitungen) werden bezüglich der akuten und chronischen Gesundheitsgefahren ausschließlich aufgrund der Zubereitungskennzeichnung beurteilt.

Interpretation der Ergebnisse

Wenn für Ihr Ersatzstoffproblem noch keine Empfehlung existiert, so können Sie mit dem Spaltenmodell einen schnellen Vergleich von Stoffen und Zubereitungen durchführen. Dafür benötigen Sie nur wenige Informationen, die dem Sicherheitsdatenblatt oder zum Teil dem Kennzeichnungsschild auf der Verpackung entnommen werden können. Gehen Sie folgendermaßen vor:

1. Entnehmen Sie dem Sicherheitsdatenblatt die erforderlichen Informationen. Sie finden Gefahreneinstufungen, R-Sätze, die Wassergefährdungsklasse (WGK) und die Einstufung brennbarer Flüssigkeiten in Kapitel 15 und Angaben zur Freisetzung in Kapitel 9 des Sicherheitsdatenblattes. Ergänzende Angaben können Sie auch aus den Kapiteln 3, 5, 11 und 12 erhalten.

2. Markieren Sie für jedes Produkt in der entsprechenden Gefahreneigenschaft die gefundenen Angaben.

3. Das Instrument vergleicht am Ende der Gefahrenermittlungjeweils getrennt für die zu bewertenden Produkte, also den z. Zt. verwendeten Arbeitsstoff mit dem potentiellen Ersatzstoff.

Existieren schon Ersatzstofflösungen ?

Die Beantwortung der Frage, von welchem Produkt das geringere gesundheitliche Risiko ausgeht, ist oft nicht einfach. Für eine Reihe von Ersatzstofflösungen existieren aber schon Empfehlungen, die direkt vom Arbeitgeber übernommen werden können, z.B.

Weitere Angaben und Fundstellen von Informationsquellen für die Ermittlung von Substitutionsmöglichkeiten siehe Anlage 4 Nr. 5 der TRGS 600.

In vielen Fällen ist es auch möglich, ein Produkt oder ein Verfahren mit geringerem gesundheitlichen Risiko zu erkennen. So sind i.d.R. in Bezug auf das gesundheitliche Risiko

Auch bei Stoffen mit ausschließlich oder überwiegend explosionsgefährlichen, brandfördernden, hoch-, leicht- oder entzündlichen Eigenschaften kann das Risiko oft relativ einfach vermindert werden. So kann z.B. bei hochentzündlichen Stoffen das Risiko dadurch vermindert werden, dass dafür entzündliche Stoffe eingesetzt werden.

Liegen keine der bisher aufgezählten Hilfen vor, sollte sich der Arbeitgeber an den Hersteller oder Lieferanten seiner Arbeitsstoffe oder an andere Hersteller oder Lieferanten gleichartiger Produkte wenden und diese nach Ersatzprodukten mit geringerem gesundheitlichen Risiko für den vorgesehenen Verwendungszweck befragen.
Falls auch der letztgenannte Informationsweg den Arbeitgeber bei der Ersatzstoffprüfung nicht weiterhilft, dann kann dafür u.a. das Spaltenmodell gemäß der TRGS 600 eingesetzt werden. Hierzu müssen ausreichende Informationen zu den Eigenschaften der Gefahrstoffe und Ersatzstoffe vorliegen, die i.d.R. aus den Kennzeichnungen und Sicherheitsdatenblätter der Gefahrstoffe und Ersatzstoffe entnommen werden können.
Die Anwendung des Spaltenmodells sowie insbesondere die Beurteilung der Ergebnisse erfordern Sachverstand und Erfahrung.

Ausführliche Artikel zum Spaltenmodell sind z.B.:





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